Medeas Tochter* Elif

Monolog

Ich bin Medea. Medeas Tochter. Ich denke oft an Medea. Sie liebte das Abendteuer, die Freiheit und die Suche nach der Wahrheit. Sie liebte das Spiel, Phantastische, Sinnliche. Sie war eine Kämpferin. Keine Dienstleisterin.

Was mich krank macht? Das ist die Gesellschaft. Dieser gesellschaftliche, subtile Druck. Alle sollen einer Norm entsprechen, und mittlerweile wollen auch alle dieser Norm entsprechen. Und wer‘s nicht tut, ist nicht normal. Aber super NORMAL ist die Kernfamilie. Ist ja klar oder? Mutter Vater und zwei kerngesunde Kinder, am besten mit klarem Geschlecht, männlich, weiblich. Klar abgrenzbar, klar identifizierbar, kontrollierbar, fest codiert: Michel Foucault spricht von Teilpraktiken. Die Aufteilung in Verrückte und geistig Normale, in Kranke und Gesunde, in Kriminelle und Anständige. Es gibt aber noch das Eigene, das Fremde;

Wir sind keine einfachen, eindimensionalen Staatsbürger. Wir sind Queer, wir passen in keine Kategorie, in keine Norm, in keinen Staat. Wir sprechen nicht nur deutsch, sondern viele andere Sprachen, und wir sind einheimisch und mehrheimisch zugleich, wir sind eine Gefahr für jede Nation, Kreon würde uns sofort abschieben.

Man gibt uns immer wieder neue Namen, mal sind wir Ausländer, dann Geflüchtete, Migranten, Muslime, Geduldete, Gestattete, Eingebürgerte, Passdeutsche, Neue Deutsche, Neu-Österreicher, Österreicher mit Migrationshintergrund und vieles mehr. Warum nennt man uns nicht einfach Medea-Stämmige !!!

Kommt mit uns…

Am Samstag, den 4. Juli, gehen Medeas Töchter zu vier verschiedenen Orten in Wien, um ein altes Chorritual gegen das Patriarchat zurückzubringen.…

Medeas Tochter* Elif

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Medeas Tochter* Lilie

Ich bin Medeas Tochter, die Tochter einer Medea. Greta, Carola, Kübra und Malala, das sind alles Töchter Medeas, meine Schwestern, die vor…